Adsorptionstrockner – Spezialist für anspruchsvolle Trocknungsaufgaben
Wenn es um die Trocknung schwer erreichbarer Bauteile wie Hohlräume, Dämmstoffe oder Trennwände geht, kommen Adsorptionstrockner ins Spiel. Sie arbeiten mit einem cleveren physikalischen Prinzip: Adsorption – also das Binden von Feuchtigkeit an einer festen Oberfläche.
So funktioniert ein Adsorptionstrockner
Ein integrierter Ventilator oder eine Turbine saugt die feuchte Raumluft an und leitet sie durch ein sogenanntes Trockenrad. Dieses besteht aus einem hygroskopischen Material wie Silicagel oder Lithiumchlorid und besitzt eine wabenartige, extrem große Oberfläche. Die Feuchtigkeit der Luft wird an dieser Oberfläche gebunden – dieser Vorgang wird als Adsorption bezeichnet.
Das Trockenrad dreht sich langsam weiter und sorgt so für eine kontinuierliche Luftentfeuchtung. Während rund 85 % der Oberfläche für die Lufttrocknung genutzt werden, wird der verbleibende Bereich (ca. 15 %) im Gegenstromverfahren mit sogenannter Regenerationsluft („Re-Luft“) erhitzt. Diese warme Luft treibt die gebundene Feuchtigkeit aus dem Trockenrad heraus – sie muss über einen separaten Abluftschlauch ins Freie geleitet werden.
Wichtig: Abluftschläuche sollten weder zu lang noch geknickt sein – sonst kann sich darin Kondenswasser sammeln, was die Trocknungsleistung deutlich beeinträchtigt.
Typische Einsatzgebiete
- Hohlkörperdecken oder Fehlböden
- Dämmmaterial unter Estrichen (z. B. schwimmender Estrich)
- Dachdämmungen, insbesondere Flachdächer
- Leichte Trennwände
- Kabelkanäle und Installationsschächte
- Wände mit speziellen Baumaterialien (z. B. Lehm)
Tipp: Um den zu trocknenden Bereich gezielt einzugrenzen, lassen sich Folienzelte oder abgetrennte Raumzonen einrichten. Bei sensiblen Baustoffen wie Lehm empfiehlt sich außerdem der Betrieb mit Zeitschaltuhr, um die natürliche Kapillarwirkung zu erhalten.
Leistungswerte und technische Besonderheiten
- Luftfeuchtigkeit: Die getrocknete Luft kann auf unter 5 % relative Feuchte gesenkt werden
- Temperatur: Die ausgeblasene Luft ist etwa 40–50 °C warm
- Wasserentzug: Je nach Gerät werden ca. 3–6 g Wasser pro m³ Luft entfernt
Auch Außenaufstellung ist möglich – z. B. zur Trocknung eines Flachdachs. Dabei sollte die Lufttemperatur jedoch mindestens 20 °C betragen, damit es im Dämmstoff nicht zur Unterkühlung und anschließender Kondenswasserbildung kommt (Taupunktunterschreitung!). Was die Geräte an Strom kosten, können Sie mit unserem Stromkostenrechner berechnen.
Strömungsverhalten und Auslegung
- Je 30 m² Fläche bei 30 mm Dämmschicht sollten etwa 150 m³ Luftleistung eingeplant werden
- Pro 4 m² Fläche empfiehlt sich ein Absaugpunkt mit 50 mm Schlauchdurchmesser
Luftgeschwindigkeit im Schlauch:
- Ideal: ca. 3 m/s
- Zu hoch (> 5 m/s): Die Luft kann nicht genug Feuchtigkeit aufnehmen
- Zu niedrig (< 0,5 m/s): Die Trocknung zieht sich unnötig in die Länge
Ist die Luftströmung nicht optimal, kann es passieren, dass nur bestimmte Kanäle im Dämmstoff trocknen („Trocknungsstraßen“), während benachbarte Bereiche feucht bleiben – ein häufiger Fehler bei unsachgemäßer Anwendung.
Fazit
Adsorptionstrockner sind eine leistungsstarke Lösung für komplizierte Trocknungsanforderungen – gerade bei Hohlräumen, Dämmstoffen oder in der kalten Jahreszeit. Sie arbeiten besonders effektiv bei niedriger Luftfeuchtigkeit und bieten flexible Einsatzmöglichkeiten – sowohl im Innen- als auch im Außenbereich.
Mit der richtigen Auslegung, Luftführung und Technik sorgen wir dafür, dass auch schwierige Wasserschäden sicher und nachhaltig beseitigt werden. So läuft ein Wasserschaden bei uns ab.
Dieser Ratgeber wurde verfasst von Patrick Hentrich, Geschäftsführer der Bautrocknung Hentrich GmbH in Baunatal. Seit 2018 betreut er Wasserschäden in der Region Kassel und setzt Adsorptionstrockner bei komplexen Trocknungsaufgaben ein.
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